Laufende Projekte


Laufende Forschungsprojekte des IERM


Projekt „Follow-up: Videodolmetschen im Gesundheitswesen“

Projektteam: Dr. Maria Kletečka-Pulker; Mag. Sabine Parrag, Beate Gassner, BA

Projektpartner: SAVD Videodolmetschen GmbH

Geplante Laufzeit: 01.10.2016 – Frühjahr 2019

Den Grundstein für das Projekt legte das vom IERM und ANetPAS (Juli 2013 bis März 2015) durchgeführte Pilotprojekt „Qualitätssicherung in der Versorgung nicht-deutschsprachiger PatientInnen – Videodolmetschen im Gesundheitswesen“. Im Zuge dessen konnte professionelles Videodolmetschen erstmals im deutschsprachigen Raum in unterschiedlichen Settings etabliert und auf seinen Nutzen und Mehrwert hin untersucht werden.

Mit Herbst 2014 konnte eine aus den Projektergebnissen weiterentwickelte Betreibergesellschaft (SAVD Videodolmetschen GmbH) erfolgreich ihren Betrieb aufnehmen und professionelles Videodolmetschen im Gesundheits-, Sozial- und Justizbereich österreich- und deutschlandweit anbieten.

Diese Studie beschäftigt sich nun unter anderem mit der Frage, inwieweit sich Videodolmetschen im Gesundheitswesen als fixer Bestandteil einer qualitätsgesicherten Gesundheitsversorgung nicht-deutschsprachiger PatientInnen etablieren konnte und inwiefern eine Veränderung des Nutzungsverhaltens im Vergleich zu den Ergebnissen der Pilotstudie erkennbar ist.

Zu diesem Zweck wurden im Zeitraum Februar bis Oktober 2017 insgesamt 56 semistrukturierte Interviews mit Angehörigen der Gesundheitsberufe, welche Videodolmetschen bereits in ihren Institutionen zur Verfügung haben, geführt. Das Interviewsample setzt sich dabei aus den unterschiedlichsten Settings im Gesundheitswesen zusammensetzen, wie bspw. Krankenstationen von Justizvollzugsanstalten/Anhaltezentren, Pensionsbegutachtungsstellen und Rehabilitations-zentren, aber auch reguläre stationäre/ambulante Versorgungseinrichtungen sowie nieder-gelassenen ÄrztInnen in ganz Österreich.

Projekt "SafetyLine - Sicherheitszentrum für MitarbeiterInnen im Gesundheits- und Pflegebereich"

Eine gemeinsame Initiative der Österreichischen Plattform Patientensicherheit und dem Institut für Ethik und Recht in der Medizin

Projektleitung: Dr. Maria Kletečka-Pulker

Projektkoordination: Mag. Nicole Norwood

Projektteam: Mag. Laura Fischer, Mag. Sophie Weyer

Projektbeginn: November 2016 

Die Angehörigen der Gesundheitsberufe leisten ausgezeichnete Arbeit in der Pflege alter und/oder kranker Menschen. Die Arbeit im Gesundheitswesen erfordert große Flexibilität und eine sehr hohe Leistungsbereitschaft. Doch Probleme und Krisen machen auch keinen Halt vor Einrichtungen der Pflege und Krankenhäusern, ganz im Gegenteil - Krisen sind im Pflege- und Gesundheitsbereich systemimmanent.

Viele Risikobereiche (Luftfahrt, Militär, Polizei, Feuerwehr, Rettung, etc.) haben Strukturen und Prozesse implementiert um die beteiligten Personen in schwierigen Situationen zu unterstützen. Die meisten österreichischen Institutionen im Pflege- und Gesundheitsbereich haben keinen diesbezüglichen „Notfallplan“.

Darüber hinaus stellt sich immer wieder heraus, dass MitarbeiterInnen von Missständen oder Gefahrenquellen im Gesundheits- und Pflegebereich wussten, bevor diese öffentlich bekannt wurden. Aus Angst vor Konsequenzen durch den Dienstgeber oder KollegInnen hatte sich aber niemand getraut, etwas zu melden.

Die Österreichische Plattform Patientensicherheit beschäftigt sich nun schon seit vielen Jahren mit dem Thema Kommunikation im Gesundheitswesen und hat das Projekt „SafetyLine“ initiiert.

Seit November 2016 ist das Sicherheitszentrum für MitarbeiterInnen im Gesundheits- und Pflegebereich, die SafetyLine, nun aktiv. Es handelt sich dabei um eine Anlaufstelle, die – ergänzend zu den bereits bestehenden internen Meldesystemen – MitarbeiterInnen im Gesundheitsbereich zur Verfügung steht. MitarbeiterInnen können die SafetyLine immer kontaktieren, wenn ihnen im Zuge ihrer Arbeit etwas aufgefallen ist oder sie selbst betroffen hat über das sie gerne sprechen möchten. Dies können Fehler, Herausforderungen, Schwierigkeiten oder Konflikte sein, die sich sowohl auf sie selbst als auch auf ihre KollegInnen und/oder BewohnerInnen/PatientInnen auswirken können. Das Team der SafetyLine, welches derzeit aus einer Psychologin sowie einer Juristin und Mediatorin besteht, behandelt die Anrufe anonym und agiert unabhängig und weisungsfrei. An erster Stelle steht stets der/die Meldende und es wird gemeinsam mit ihm/ihr die weitere Vorgehensweise abgeklärt. Neben der telefonischen Beratung besteht auch die Möglichkeit, das Team der SafetyLine per E-Mail und per Post zu kontaktieren oder ein persönliches Treffen zu vereinbaren.

Die SafetyLine zielt darauf ab

  • die MitarbeiterInnen- und PatientInnensicherheit zu erhöhen,
  • die Meldebereitschaft von MitarbeiterInnen zu erhöhen,
  • die MitarbeiterInnen zu entlasten,
  • einen möglichen Handlungsbedarf rechtzeitig aufzudecken,
  • präventiv Belastungen von MitarbeiterInnen und
  • Gefährdungen von PatientInnen entgegenzuwirken.

Wenn Ihre Institution Interesse an der Nutzung der SafetyLine hat, können Sie sich gerne an Frau Mag. Nicole Norwood wenden.

Nähere Information finden Sie auch in unserer Broschüre (pdf)

Projekt "Sterbewelten in Österreich. Die Perspektive der Betroffenen auf 'gutes Sterben'"

Projektteam: IFF, IERM, IHS; Assoz. Prof.in Dr.in Katharina Heimerl (Projektleitung), Univ.-Prof. Dr. DDr. h.c. Ulrich Körtner, Dr. Erich Griessler      

Genehmigt: Jubiläumsfonds der ÖNB

Drittmittel für IERM: € 9.500,-- (für Arbeitspaket 4)

Der 2015 zunächst abgelehnte Projektantrag (s. Tätigkeitsbericht 2014) wurde 2016 erneut und dieses Mal erfolgreich vom IFF beim Jubiläumsfonds eingereicht. Das Projekt soll im Jänner 2017 beginnen. Das IERM fungiert als Kooperationspartner, vertreten durch Prof. Dr. Körtner.

In den letzten beiden Jahren hat in Österreich der öffentliche Diskurs zu Fragen des Sterbens, der Betreuung Sterbender und des gesellschaftlichen Umgangs mit dem Tod deutlich an Bedeutung gewonnen. Im österreichischen politischen Diskurs wird die Autonomie am Lebensende jedoch auf Durchsetzungen und Einschränkungen des Selbstbestimmungsrechts (Patientenverfügungsgesetz bzw. Verbot des assistierten Suizids) verkürzt. Dabei bleibt die (sozial-)ethische Frage außen vor, die für die Lebenswelt eine entscheidende Rolle spielt, nämlich wer oder was dieses „Selbst“ in der letzten Lebensphase ist, das im jeweiligen Kontext über „sich“ „bestimmt“.

Das Projekt vertritt einen Ansatz von Pluralität von Sterbewelten und von verschiedenen Formen „guten“ Sterbens und trägt damit sowohl der Vielschichtigkeit von Kontexten als auch der Vielfalt dieser Formen Rechnung. Die normative Perspektive des „guten“ Sterbens wird daher erst aus dem Selbstverständnis der Betroffenen erschlossen, d.h. was jene als „gut“ erachten. Weiters wird gefragt, wodurch „gutes“ Sterben in unterschiedlichen „Sterbewelten“ (Betreuungssettings – institutionell, zu Hause –, Sorgenetzwerken / Betreuungsarrangements, Sterbeorten) bestimmt wird.

Im Rahmen des Projektes gibt es das Arbeitspaket 4 „Ethische Reflexionen & dispositivanalytische Auswertung“, dessen Leitung das IERM (Körtner) in Kooperation mit dem IFF hat. Die reflexive (forschungs-)ethische Begleitung erfolgt in regelmäßigen Auswertungs- und Reflexionstreffen des ForscherInnenteams. Dabei wird auch die eigene Rolle/Verortung der ForscherIn in den zu untersuchenden Dispositiven reflektiert und mit dem Datenmaterial in Beziehung gesetzt. Zudem wird mit dem thematischen Schwerpunkt „Ethische Reflexion“ der Versuch unternommen, Rückschlüsse auf die Bedingungen des guten Sterbens (stets aus dem Selbstverständnis der Betroffenen) zu ziehen.

Für die Durchführung von Arbeitspaket 4 wird zwischen IERM und IFF ein Werkvertrag über 2 Monate geschlossen.