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Projekt "Befragung 'Gesundheitsberufe zwischen Patientensicherheit und Haftung'"

Projektleitung: Dr. Maria Kletečka-Pulker       

Projektteam: Mag. Laura Fischer, Mag. Sabine Parrag

Geplante Laufzeit:  01.11.2016 - 30.04.2018

Patientensicherheit ist seit einigen Jahren eine Handlungsmaxime/Forderung im Gesundheitswesen und hat mittlerweile auch Einzug in die Gesetze gefunden. Um Patientensicherheit zu gewährleisten, bedarf es u.a. eines offenen Umgangs mit Fehlern, um eine entsprechende Sicherheitskultur zu schaffen. Fehler bzw. Beinahefehlermeldesysteme wurden sukzessive in den Institutionen des Gesundheitswesens implementiert, um aus diesen Fehlern lernen zu können. Für eine sichere Patientenversorgung wird eine lückenlose Zusammenarbeit über alle Grenzen der sektoralen Betreuung hinweg interdisziplinär und multiprofessionell gefordert. Es soll nicht mehr der einzelne Fehler, die unmittelbaren Akteure und typischen disziplinorientierte Abhandlung in den Fokus genommen werden.

Demgegenüber steht das Haftungsrecht, welches rechtliche Konsequenzen vorsieht, wenn ein Angehöriger eines Gesundheitsberufes einen Schaden aufgrund eines rechtswidrigen und schuldhaften Verhaltens herbeigeführt hat. Im folgenden Projekt wird daher untersucht, wie offen Angehörige von Gesundheitsberufen mit Fehlern umgehen und inwieweit möglicherweise Sorge besteht, einen Fehler offen zu kommunizieren, aus Angst vor möglichen rechtlichen Konsequenzen.

Im Rahmen des Projektes wird eingehend untersucht, wie die beiden Systeme "Sicherheitskultur - Haftungsrecht" zueinanderstehen und ob es in bestimmten Bereichen Adaptierungen braucht, um eine umfassende Sicherheitskultur zu schaffen. Das Institut für Ethik und Recht in der Medizin beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dieser Forschungsfrage. So bedarf es nach unserer Ansicht jedenfalls einer gesetzlichen Verankerung eines gerichtlichen Entschlagungsrechts für Riskmanager, wie dies z.B. Mediatoren, Psychologen etc. haben. Nur durch einen entsprechenden rechtlichen Rahmen können Fehler gut aufgearbeitet und künftig vermieden werden. Ergebnisse aus der Umfrage fließen in die Forschungsarbeit ein, um letztlich rechtlichen Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Die Online-Befragung richtet sich an Angehörige von Gesundheitsberufen, tätiger Berufsgruppen wie bspw. Arzt/Ärztin, Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflege, Hebammen, ApothekerInnen, SanitäterInnen und Angehörige von MTD-Berufen.

Mittels Online-Fragebogen soll untersucht werden, welche Strategien Angehörige der Gesundheitsberufe im Umgang mit (Behandlungs-)Fehlern bei der Versorgung von PatientInnen haben und welche Maßnahmen seitens der Institutionen zur Verbesserung der Fehlerkultur gesetzt und Unterstützungsangebote/Fehlermeldesysteme für betroffene MitarbeiterInnen angeboten werden. Die Erhebung geht zudem der Frage der Wahrnehmung des mit potentiellen Fehlern verbundenen Haftungsrisikos und etwaigen aus Fehlern resultierenden (rechtlichen) Konsequenzen nach.

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