Logo der Universität Wien
Projekt „Anwendung der Isotopenanalytik in der Forensik am Beispiel GHB/GBL (K.o.-Mitteln) und Textilien“/Projektkurztitel: „IsoCSI“

Projektleitung:                 
Dr. Maria Kletečka-Pulker

Projektkoordination:        
Mag. Laura Fischer

Projektpartner:                
IERM, Medizinische Universität Wien, Forensische Toxikologie; Bundeskriminalamt (BK), Abteilung 6 Forensik und Technik Büro 6.2 Kriminaltechnik; Imprint Analytics GmbH

Geplante Laufzeit:            
September 2014 bis August 2016

Finanzierung:                   
KIRAS = Österreichisches Förderungsprogramm für Sicherheitsforschung im Rahmen der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH)

Das Projekt IsoCSI will einen Beitrag zur Steigerung des Sicherheitsempfindens der Bevölkerung sowie zur Prävention von Straftaten unter Verwendung von K.o.-Mitteln leisten. GHB und GBL sind Substanzen, die häufig als K.o.-Mittel verwendet werden und somit oft bei Sexualdelikten oder Raubüberfällen eingesetzt werden. Da jedoch beide Substanzen eine sehr geringe Nachweisdauer aufweisen (im Blut weniger als 6 h und im Urin bis maximal 12 h nachweisbar), ist die rechtliche Verfolgung solcher (Anschluss-)Straftaten äußerst schwierig.

Im Zuge des Projekts arbeiten die Projektpartner daher seit über einem Jahr an der Entwicklung neuer Verfahren, die das Aufzeigen und Aufklären von Straftaten verbessern, wodurch Ermittlungsverfahren in aussichtslos scheinenden Fällen erst ermöglicht werden und der Forderung weiter Bevölkerungskreise nach mehr Sicherheit entsprochen wird. Es sollen durch effiziente Aufklärungsmethoden sowohl spezial- als auch generalpräventive Wirkungen erzielt werden.

Die Forschungsplattform Ethik und Recht in der Medizin untersucht dabei die rechtlichen und ethischen Aspekte im Zusammenhang mit der mangelnden Beweisbarkeit nach Verabreichung von K.o.-Mitteln. Der Forschungsschwerpunkt lag im ersten Jahr auf einer ausführlichen rechtlichen Recherche und der Ausarbeitung der straf- und medizinrechtlichen Bestimmungen im Zusammenhang mit K.o.-Mittel-Delikten.

Einen großen Fortschritt, was die Aufklärung über K.o.-Mittel-Delikte im Bereich der Gesundheitsberufe betrifft, brachte die Tagung „Opferschutz – neue Herausforderungen im Gesundheitswesen“. Gerade für solche Berufsgruppen ist es wichtig, ein Bewusstsein für die bestehende Problematik zu schaffen, da vor allem sie es sind, die schlussendlich ausschlaggebende Beweismittel festhalten können.

Schwierigkeiten bereitete der Zugang zu Gerichtsakten. Grund dafür mag eine nicht gesonderte Verzeichnung von „K.o.-Mittel-Delikten“ als solche sein. Auch in der polizeilichen Kriminalstatistik sind K.o.-Mittel nicht gesondert festgehalten, was auch das Ablesen von K.o.-Mittel-Delikten aus dieser Statistik nicht ermöglicht. Zwar gibt es einige parlamentarische Anfragen und Beantwortungen, aus denen sich Zahlen und Daten zu K.o.-Mittel-Delikten aus den letzten Jahren ablesen lassen. Um jedoch aktuelle Zahlen des Ist-Zustandes zu bekommen, werden derzeit folgende Gruppen zu ihren Erfahrungen, ihrem Wissensstand und ihren Vorgehensweisen befragt: Potentielle Opfergruppen, Rettungssanitäter und Notärzte, Medizinisches Personal in Krankenanstalten, Polizisten, Staatsanwälte und Richter.

Spitalgasse 2-4, Hof 2.8
Campus, Altes AKH
A-1090 Wien
T: +43-1-4277-22201
F: +43-1-4277-9222
Universität Wien | Universitätsring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0