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Projekt „Zwischen lebenssatt und lebensmüde - Analyse und Umgang mit Sterbewünschen und Todesankündigungen in Einrichtungen der Langzeitpflege“

Projektleitung: Dr. Stefan Dinges

Projektkoordination: MMag. Lisa Weidinger, NN.

Forschungspartner: Einrichtungen der Langzeitpflege in Deutschland und Österreich

Geplante Finanzierung:  FWF (DACH-Antrag)

Voraussichtliche Einreichung: November 2015

Geplante Laufzeit: 30 Monate

Das geplante Forschungsprojekt wird Äußerungen von BewohnerInnen und Bewohnern in Einrichtungen der Langzeitpflege in Österreich und Deutschland analysieren; es möchte daraus/dafür Handlungsanleitung/Handlungskompetenz bei den MitarbeiterInnen und in den Einrichtungen entwickeln. Die aktuelle Diskussion um assistierten Suizid bzw. aktive Sterbehilfe stellt noch einmal dringlich die Frage nach Bedürfnissen von hochaltrigen, pflegebedürftigen Menschen bzw. dem Bedarf und den Kompetenzen für gute Versorgung, Betreuung und Begleitung in Einrichtungen der Langzeitpflege. In Gesprächen mit MitarbeiterInnen, Führungskräften und den Angehörigen lässt sich eine große Unsicherheit im Verstehen von Äußerungen von BewohnerInnen wahrnehmen, verbunden mit einer Verunsicherung über einen etwaigen Handlungsbedarf. Nur in wenigen Einrichtungen wird systematisch und mit einer organisationsethischen Reflexion/Rahmung auf BewohnerInnen-Äußerungen reagiert.

Ähnlich wie bei einem fehlenden PatientInnenwillen, der Über-/bzw. Unterversorgung zur Folge haben kann, gehen wir davon aus, dass unverstandene/missverstandene Äußerungen über Sterben und Tod falsche bzw. fehlende Reaktionen auf Seiten von Angehörigen, MitarbeiterInnen und Einrichtungen zur Folge haben. Hier soll das Forschungsprojekt Klärung, Wissen und Handlungsperspektiven entwickeln. Vermutet wird auch, dass wir in der Konsequenz Versorgungslücken beschreiben können, die aktuell zu Lasten der Lebensqualität der BewohnerInnen und der Handlungssicherheit der MitarbeiterInnen geht.

Im Projektdesign ist eine Erhebungsphase vorgesehen, in der MitarbeiterInnen Äußerungen und Wünsche von BewohnerInnen festhalten; hierbei sind der Originalton der Äußerung plus non-verbale Reaktionen der BewohnerInnen festzuhalten; von den wiss. MitarbeiterInnen werden diese Protokolle übernommen; gleichzeitig wird noch die Reaktion/Antwort der Pflegekräfte festgehalten. Diese erweiterten Protokolle/Interviews werden in der Folge transkribiert und ausgewertet. Durch die Auswahl der Einrichtungen wird versucht, möglichst viele unterschiedliche Perspektiven aufzunehmen: Einrichtungen in unterschiedlicher, konfessioneller und nicht-konfessioneller Trägerschaft, Stadt-Land-Differenz, unterschiedliche BewohnerInnen-Gruppen: hochaltrig ohne akute Erkrankung, terminal Erkrankte, BewohnerInnen mit dementieller Veränderung.

Nach der Erhebungsphase werden zunächst die Ergebnisse der Auswertung in die Einrichtungen zurückgespielt und dort im Sinne eines transdisziplinären Forschungsprozesses weiterverarbeitet. In ExpertInnen-Delphis werden diese Ergebnisse nochmals aus Perspektiven der unterschiedlichen Fachlichkeit/Berufe sowie aus ethischer und rechtlicher Dimension kommentiert und veröffentlicht.

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