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Projekt „Sterberealitäten und -diskurse in Österreich“

Projektteam:  IERM, IHS, IFF; Erich Griessler, Ulrich Körtner, Katharina Heimerl, Lukas Kaelin, Milena Wuketich, Alexander Lang, Klaus Wegleitner

Einreichtermin:  21.1.2015, Jubiläumsfonds der ÖNB

Das Projekt setzt an den aktuellen öffentlichen, politischen und wissenschaftlichen Diskursen in Österreich rund um die Frage eines Sterbens in Würde und der Versorgung am Ende des Lebens an. Patientenverfügungen, parlamentarische Enquete, Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung sind unterschiedliche Aspekte eines Themas – nämlich, welche sozial- und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, organisatorischen Strukturen, rechtliche Regulierungen und sozialmedizinische Ausstattung aufgrund welcher sozialethischen Überlegungen, Grundlagen und Prinzipien ein selbstbestimmtes Sterben in Würde ermöglichen. Der öffentliche dominante Diskurs verhandelt dabei insbesondere Fragen der Verankerung eines verfassungsrechtlichen Verbotes der Sterbehilfe und des assistierten Suizides sowie des Ausbaus und der Finanzierung der abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung.

Diese inhaltliche „Engführung“ lässt außer acht, dass die gesamtgesellschaftliche Frage eines selbstbestimmten Sterbens in Würde viel stärker die lokal unterschiedlichen, (multi)kulturell und organisational eingebetteten (End-of-Life Care in den Pflegeheimen, in den Krankenhäusern, zu Hause) „Sterbewelten“ und den „gesellschaftlichen Sorgebedarf“ der großen Anzahl hochaltriger, mehrfacherkrankter, demenzielle veränderter sterbender Menschen in den Blick nehmen muss. Dazu fehlt weitestgehend eine möglichst offene, gesellschaftliche Diskussion über die vielfältigen „Sterberealitäten“ und Vorstellungen des guten Sterbens. Hier ist daher ein Paradigmenwechsel erforderlich, von einer derzeit medizinzentrierten Sichtweise zu einer interdisziplinären an der Schnittstelle von Soziologie, Ethik, Palliative Care, Public Health und Zivilgesellschaft.

Die übergeordneten Forschungsfragen lauten:

- Wie sterben die Menschen in Österreich?

- Wie wollen die Menschen in Österreich sterben? Was ist ihnen im Sterben wichtig?- 

- Wie und von wem werden Fragen zu einem Sterben in Würde und der Betreuung am Lebensende in Österreich aufgenommen?

 

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