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Projekt „Gesundheitsförderung von nicht-deutschsprachigen Personen durch den Einsatz von Videodolmetschen“

Projektleitung: Dr. Maria Kletečka-Pulker

Projektkoordination: Mag. Sabine Parrag

Projektmitarbeit: Carina Höllersberger, Bakk.phil., Christine Rebernig

Projektwerber: Institut für Ethik und Recht in der Medizin

Finanzierung: Österreichische Plattform Patientensicherheit

Geplante Laufzeit: November 2012 – April 2015

Das Projekt "Gesundheitsförderung von nicht-deutschsprachigen Personen durch den Einsatz von Videodolmetschen“ will einen Beitrag zur besseren Gesundheitsversorgung im Bereich Primärprävention, Aufklärung und insbesondere bei gesundheitsfördernden Vernetzungsmaßnahmen für Menschen mit unzureichenden Deutschkenntnissen, leisten. Durch Kommunikationsbarrieren leiden nicht-deutschsprachige MigrantInnen häufig unter schlechterem Zugang zum Gesundheitssystem und gesundheitlicher Chancenungleichheit. Niedergelassene ÄrztInnen hatten die Möglichkeit flexibel einen professionell ausgebildeten Dolmetschservice für die Sprachen Türkisch und BKS (Bosnisch, Kroatisch, Serbisch) sowie für die Österreichische Gebärdensprache per Videokonferenz einfach und unkompliziert hinzuzuschalten. Die geplante Zuschaltung der niedergelassenen ÄrztInnen aus den Fachbereichen Geburts- und Frauenheilkunde, Kinder- und Jugendheilkunde und Allgemeinmedizin erfolgte in zwei Durchläufen, wovon der erste von Jänner 2014 bis März 2014 und der zweite von November 2014 bis Jänner 2015 umgesetzt wurde. Das Ziel war den Angehörigen von Gesundheitsberufen durch das Verringern der Kommunikationsbarrieren und durch Sensibilisierung/Schulung langfristig zu mehr Handlungskompetenz und Bewusstsein für die erweiterten Handlungsspielräume zu verhelfen. Zudem sollte dadurch eine aktive Anbindung und Vernetzung der nicht-deutschsprachigen Migrantlnnen an vorhandenen Unterstützungsnetzwerken und Institutionen gefördert und erhöht werden.

Die Umsetzung des Tools Videodolmetschen gestaltete sich im niedergelassenen Bereich wesentlich komplexer als dies im intramuralen Bereich der Fall war. Als besondere Herausforderung stellte sich in vielen Fällen die geringere technische Infrastruktur in den Arztpraxen heraus. Dadurch konnten manche zur Teilnahme motivierten ÄrztInnen aufgrund ihrer technisch zu geringen Ausstattung und Voraussetzung (bspw. die Internetbandbreite) letztendlich nicht zur Dolmetscherzentrale zugeschalten werden. Eine weitere Hürde stellte die mehrheitliche Überzeugung der angefragten MedizinerInnen dar, die den Einsatz professioneller DolmetscherInnen nicht erforderlich fanden. Hinzu kam große Scheu vor zusätzlich entstehendem Aufwand der Implementierung und Integration in den Arbeitsalltag, da sich die MedizinerInnen mehrheitlich bereits schon an der Grenze ihrer Ressourcen sahen. Insgesamt wurden vier niedergelassene ÄrztInnen zugeschalten. Jene MitarbeiterInnen, die den Videodolmetscher auch genutzt hatten, gaben an, sehr zufrieden damit gewesen zu sein und sich durchaus vorstellen zu können, diesen für das Besprechen gesundheitsfördernder und -präventiver Maßnahmen zukünftig wieder nutzen zu wollen.

Das Projekt konnte mit April 2015 mit der Veröffentlichung des Projektendberichtes erfolgreich abgeschlossen werden.

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